Dresden: Hochhaus unter Quarantäne

Dresdner Hochhaus unter Quarantäne: Balkonkonzerte geplant

Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten Indien-Rückkehrers in Dresden werden sämtliche Bewohner des Studentenwohnheims auf das Coronavirus getestet.

Das Gesundheitsamt hatte vorsorglich am Donnerstagnachmittag Quarantäne für das gesamte Studentenwohnheim verhängt. Viele Bewohner sind in Angst, das Haus von der Polizei abgeriegelt. Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Infektion auf eine Virusvariante zurückzuführen sei. Die Ergebnisse der Analyse stehen noch aus. Laut Bauer stammte der Mann aus Indien und war Student in Dresden. In dem Wohnhaus nahe des Campus lebte er in einer Wohngemeinschaft mit fünf anderen, vermutlich hatte er auch Kontakt zu anderen Landsleuten im Haus. Das Alter nannte der Leiter des Gesundheitsamtes mit Verweis auf Datenschutz nicht. Hintergrund sei der schnelle Krankheitsverlauf des Mannes, dessen Gesundheit sich nach zunächst gutem Allgemeinzustand rapide verschlechtert habe, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Er starb am 1. Juni. Das Gesundheitsamt hatte verpflichtende Corona-Tests für die Bewohnerinnen und Bewohner angeordnet, um mögliche Infektionsketten zu durchbrechen. Helfer des Brand- und Katastrophenschutzamtes versorgten die Bewohner mit Lebensmitteln und Medikamenten. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass sich zwischen 150 und 200 Menschen in dem Hochhaus aufhalten.

Auch der Studierendenrat der TU Dresden bietet seine Unterstützung für die zahlreichen internationalen Studenten und Bewohner in Quarantäne an und hat dafür eigens eine mehrsprachige Homepage eingerichtet. "Wir sind vorsichtig, weil unsere Wohnheime nicht weit entfernt sind". "Wir leisten Amtshilfe", sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei. Die Musik solle den Bewohnern helfen, Sorgen für einen Moment zu vergessen.

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