Gipfel "konstruktiv" - Putin: US-Botschafter dürfen zurück nach Russland

SWITZERLAND-US-RUSSIA-SUMMIT-DIPLOMACY

Es sei immer besser, sich direkt zu treffen, sagte Biden.

Die Botschafter-Rückkehr gilt als Zeichen einer Deeskalation zwischen Moskau und Washington. Putin versicherte diesbezüglich, dass die USA keine Angst vor einer russischen Militarisierung der Arktis haben müssten. In der "Stadt des Friedens" trifft US-Präsident Joe Biden erstmals seit seinem Amtsantritt den russischen Staatschef Wladimir Putin. Putin hoffte, dass "das Treffen produktiv sein wird".

Die beiden Staatschefs trafen einander am Mittwochmittag in einer Villa am Genfer See, wo sie sich für die Fotografen kurz die Hände schüttelten. Während der Gespräche sei keine Feindseligkeit zu spüren gewesen. Die Diplomaten waren im Frühjahr im Zuge wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern jeweils in ihre Heimat zurückgekehrt.

Putin war nach dem Gespräch mit Biden als Erstes vor die Presse getreten. Außenminister Sergej Lawrow legte zudem dem US-Botschafter John Sullivan nahe, Moskau zu verlassen. Russland hatte ihm nahegelegt, zu Konsultationen nach Washington zurückzukehren.

Biden habe Putin während der Begegnung auch auf den Fall des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny angesprochen, bestätigte der Kreml-Chef.

Zu den Knackpunkten in den russisch-amerikanischen Beziehungen gehören die Entwicklungen in der Ukraine sowie der Umgang der russischen Regierung mit dem Oppositionspolitiker Nawalny, der derzeit in Haft sitzt.

"Dieser Mann wusste, dass er gegen geltendes Recht verstößt", so Putin. Nach seinem Krankenhausaufenthalt in Deutschland habe der 45-Jährige Videos im Internet veröffentlicht und sei den Meldeauflagen nicht nachgekommen. "Er hat das gemacht, was er wollte". Er sei bereit gewesen, festgenommen zu werden. Putin nannte die Gespräche in seinem Auftritt "konstruktiv" und "intensiv".

Offener zeigte sich der russische Präsident eigenen Angaben zufolge beim Thema eines gegenseitigen Gefangenenaustausches. Kein Präsident der Vereinigten Staaten könnte das Vertrauen des amerikanischen Volkes halten, wenn dies nicht geschehe. Im Vorfeld war von einem vier- bis fünfstündigen Gipfel die Rede gewesen, auch über ein mögliches Abendessen wurde spekuliert.

Auf der Agenda des Gesprächs hatten darüber hinaus auch die Rüstungskontrolle, eine Kooperation in Konfliktgebieten, die Corona-Pandemie und der Klimawandel gestanden. Zunächst hatte es ein etwa eineinhalbstündiges Treffen im kleinen Kreis gegeben, bei dem außer den Präsidenten lediglich US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Kollege Sergej Lawrow plus je ein Dolmetscher anwesend waren.

Nach einer Pause wurde das Treffen unter Einbeziehung von ranghohen Beratern jeder Seite für etwa 65 Minuten fortgesetzt. Der Gipfel dauerte offiziell drei Stunden und 21 Minuten, weniger als von beiden Seiten zuvor in Aussicht gestellt.

Biden sagte weiter, dass niemand einen neuen Kalten Krieg wolle.

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