Greenpeace-Gleitflieger beinahe abgeschossen: "Der Pilot hat unzählige Leben aufs Spiel gesetzt"

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Wir hoffen, dass es allen gut geht und niemand ernsthaft verletzt wurde. Unmittelbar vor der Aktion sei Beamten innerhalb und außerhalb des Stadions Bescheid gegeben worden, sagte Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Aktion des 38-Jährigen, der mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, erlitten zwei Männer Verletzungen.

Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel kritisierte die Aktion am Mittwoch ebenfalls scharf: "Die Greenpeace-Aktion war ein irrsinniges Himmelfahrtskommando!" Greenpeace entschuldigte sich noch am Abend für die Aktion. Der Mann schwebte am Dienstag über dem Stadion und versuchte, einen großen gelben Ball in die Arena zu werfen. Ein 36 Jahre alter Franzose, der ebenfalls nicht als Zuschauer, sondern zum Arbeiten im Stadion war, war ebenfalls am Kopf verletzt worden, konnte das Krankenhaus aber am Tag danach schon wieder verlassen. Danach wurde er sofort von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Die beiden Verletzten sollen beruflich im Stadion gewesen sein und nicht als Zuschauer, teilte die Polizei am Mittwoch mit. "Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Auch das Polizeipräsidium München betonte, "dass es keinerlei Verständnis für solche unverantwortlichen Aktionen gibt, bei denen eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird".

Der EM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat dem ZDF erwartungsgemäß die bisherige Top-Quote bei dem paneuropäischen Turnier beschert. "Derjenige hat nicht nur sich und andere gefährdet und verletzt", sagte er: "Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, der Vorgang wird von den Behörden und der UEFA geprüft". Der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest ebenfalls. Diese werde nun aber nicht stattfinden, bis die Aktion von München lückenlos geklärt sei. Die Aktion sei zwar "Gott sei Dank einigermaßen glimpflich" ausgegangen, was auch "eine große Erleichterung" sei.

Glück gehabt: Antonio Rüdiger kümmert sich um den Greenpeace-Aktivisten aus Pforzheim, dessen Protestaktion missglückt ist. Geplant sei eigentlich gewesen, dass der Pilot lediglich einen großen Latexball ins Stadion fallen lässt, auf dem die Botschaft stand, die Greenpeace verbreiten wollte, so der Sprecher.

Der Greenpeace-Flieger wurde festgenommen, sein Fluggerät sichergestellt. Aufgrund eines technischen Problems verlor der Schirm aber an Höhe, streifte ein Drahtseil der Dachkonstruktion und musste notlanden. Volkswagen sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit.

Auch in den Sozialen Medien erntete Greenpeace Spott und scharfe Kritik. "Wichtiges Thema, aber krass idiotische und unverantwortliche Aktion", schrieb der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz bei Twitter.

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