Impfstoffkandidat von Curevac ist weniger wirksam als erhofft - Südwest

Karl Lauterbach in der Westlobby bei der namentlichen Abstimmung zum Thema Verfassungsschutzrecht bei der 233. Sitzung des Deutschen Bundestag in Berlin

Das Tübinger Pharma-Unternehmen Curevac enttäuscht mit neuesten Daten zu seinem Corona-Impfstoff. Doch die Zulassungsstudie wird fortgesetzt. Der Impfstoff zählte zu einem von drei deutschen Projekten, die von der Bundesregierung mit einem Sonderprogramm von rund 750 Millionen Euro finanziell unterstützt werden. "Wir bekämpfen eigentlich ein anderes Virus", sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas bei einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Auch seltenere Varianten lagen den SARS-CoV-2-Infektionen zugrunde: Die Lambda-Variante (C.37), die zuerst in Peru auftrat, lag in 21 Prozent der Fälle vor, eine zuerst in Kolumbien entdeckte Variante (B.1.621) fand sich bei 7 Prozent der sequenzierten COVID-19-Fälle.

Die Tübinger Biopharmafirma CureVac musste am späten Mittwochabend (16. Juni) in einer Pflichtbörsenmitteilung einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Im Bemühen um die Markteinführung eines hochwirksamen Corona-Impfstoffs hat das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac einen schweren Rückschlag erlitten. Aussagen zur Wirksamkeit bei einzelnen Varianten seien auf Grundlage der Daten noch nicht möglich. Die am Mittwoch vorgelegte Zwischenanalyse bezog sich auf 134 Infektionsfälle in der finalen Zulassungsphase.

Curevac hatte lange Zeit als einer der Hoffnungsträger im international hart umkämpften Rennen um die Zulassung erster Corona-Impfstoffe gegolten.

Curevac hat die Daten an die europäische Zulassungsbehörde EMA übermittelt. Zuletzt war darüber spekuliert worden, der CureVac-Impfstoff könne möglicherweise im August in der EU zugelassen werden. Auf der jüngst vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Liste der Lieferplanungen war das Präparat aber nicht mehr aufgeführt. "Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht", teilte das Ministerium in Berlin mit.

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